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Nicht nur die Kapazitäten von I.S.A.R. Germany, im weltweiten Katastropheneinsatz Menschen zu retten und medizinisch zu versorgen, werden gegenwärtig in der Schweiz bei einer Großübung getestet. Auch für die Fähigkeit, eine autark funktionierende Operationsbasis am Einsatzort einzurichten, welche die knappen Ressourcen der Einheimischen nicht zusätzlich belastet, interessieren sich die von der UNO beauftragten Prüfer. Binnen weniger Stunden schaffte es das eingespielte I.S.A.R.-Team auch diesmal wieder, ein Camp für genau 50 Einsatzkräfte samt ihrer Rettungshunde aufzubauen, das neben Sanitäranlagen und Elektrifizierung auch Wasseraufbereitung und eine große Feldküche umfasst.

Betreten wird die Base of Operation, kurz BoO genannt, grundsätzlich durch den Schwarz-Weiß-Bereich. Im vorderen Teil hängen die vom Einsatz Zurückkehrenden ihre verschmutzte und häufig kontaminierte Kleidung auf und reinigen sich und die Stiefel, im angrenzenden Weiß-Bericht hängt ihre saubere Lagerkleidung. Erst danach geht es ins Camp selbst.

In der Hälfte der am Trainingsort nahe Genf errichteten Großzelte stehen die von Moskitonetzen umschlossenen Feldbetten. Die anderen beherbergen Funktionsräume. Dazu gehört die Wasseraufbereitung, installiert und beaufsichtigt von Benno Riehl. Ist das verwendete Wasser nicht übermäßig belastet, erzeugt seine Anlage bis zu 100 Liter Trinkwasser pro Stunde, erklärt der Koblenzer. In Reagenzgläsern und einem Inkubator misst er ständig eine Vielzahl von Inhaltsstoffen.Sein Hauptaugenmerk gilt dabei „der Mikrobiologie, denn die vermehrt sich rasend schnell, macht uns krank, führt zu Durchfällen“, sagt Benno Riehl. 

Ein Großabnehmer des hier erzeugten „Weißwassers“ ist die Camp-Gastronomin Martina Grinnus. Hinter einem mobilen Herd stapeln sich im Küchenzelt zahlreiche Metallkisten mit Fertignahrung und Vorgekochtem. Die Aufschriften begnügen sich mit der Angabe der Tageszeit: Früh, Mittag oder Abend. Faustregel ist, dass ein Einsatzteam sich zehn Tage lang aus eigenen, mitgebrachten Mitteln ernähren soll, um die nach einem Erdbeben oder Wirbelsturm verknappten Vorräte im Krisengebiet zu schonen.

Und dann gibt es noch die Kisten mit der Aufschrift „Süß“. Die Energieriegel, Lakritze und zuckrigen Snacks sind im Einsatz ganz wichtig, weiß Martina Grinnus. „Draußen im Feld können sie über Stunden nur wenig und unregelmäßig essen, da sorgen Süßigkeiten schon einmal für die nötige Motivation“, erläutert die Hamburgerin. Und so überrascht auch ihre Antwort auf die Frage nicht, was denn in ihrer Feldküche am besten gehe: „Nutella“, sagt sie unumwunden. Der strapazierte Körper der Helfer holt sich halt, was er braucht.

Fotos: Stefan Sobotta

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