Drei Tage lang hat Taiwan den Ernstfall geprobt: Bei einer groß angelegten Katastrophenschutzübung in Taitung und weiteren Teilen Osttaiwans trainierten nationale Einsatzkräfte gemeinsam mit internationalen Partnern die Bewältigung eines schweren Erdbebens. Auf Einladung der National Fire Agency (NFA) war auch ISAR Germany beteiligt. Vom 16. bis 18. September fand im Rahmen des 2026 National Disaster Prevention Day der „Large-Scale Earthquake Disaster Relief Mobilization Drill“ statt. Als Szenario wurde ein Erdbeben der Stärke 7,3 angenommen, das schwere Schäden verursacht und die Einsatzkräfte vor zahlreiche Herausforderungen stellt.
Trainiert wurden unter anderem die Suche und Rettung verschütteter Menschen, die medizinische Versorgung, die Unterbringung Betroffener und die Koordination der beteiligten Kräfte. Dabei setzte Taiwan bewusst auf ein anspruchsvolles Übungskonzept: Nicht jeder Ablauf war im Voraus festgelegt. Die Einsatzkräfte mussten auf neue Entwicklungen reagieren und ihre Maßnahmen laufend an die Lage anpassen.
Internationale Koordination im Fokus
Internationale Teams waren ein wichtiger Bestandteil der Übung. Unter anderem waren Einsatzkräfte und Experten aus der Türkei, Großbritannien, Südkorea und den Philippinen vor Ort. ISAR Germany unterstützte während der drei Trainingstage insbesondere in den Bereichen UCC (USAR Coordination Cell) und Management. Die UCC spielt bei internationalen USAR-Einsätzen eine wichtige Rolle: Treffen nach einer Katastrophe Rettungsteams aus verschiedenen Ländern ein, müssen deren Fähigkeiten, Einsatzgebiete und Aufgaben koordiniert und mit den zuständigen Behörden abgestimmt werden. Genau diese Zusammenarbeit lässt sich nur bedingt am Schreibtisch vorbereiten. Großübungen wie in Taiwan bieten die Möglichkeit, Strukturen unter realistischen Bedingungen zu erproben und Erfahrungen aus unterschiedlichen Ländern zusammenzubringen.
Kontakte, die im Einsatz zählen
Neben dem eigentlichen Übungsgeschehen stand für ISAR Germany deshalb auch der internationale Austausch im Mittelpunkt. Bestehende Kontakte konnten vertieft und neue Verbindungen zu Einsatzorganisationen und Fachleuten geknüpft werden. Ein funktionierendes Netzwerk ist in der internationalen Katastrophenhilfe von großer Bedeutung. Wenn nach einem schweren Erdbeben innerhalb kurzer Zeit Teams aus mehreren Ländern eintreffen, erleichtern bekannte Strukturen und persönliche Kontakte die Zusammenarbeit erheblich. Den Abschluss der drei Tage bildete die große Abschlussübung. Auch Taiwans Präsident Lai Ching-te besuchte das Übungsgeschehen und informierte sich vor Ort über die Maßnahmen und die Zusammenarbeit der beteiligten Kräfte.
Für ISAR Germany bot die Einladung der National Fire Agency die Gelegenheit, eigene Erfahrungen in die Übung einzubringen und gleichzeitig wichtige Impulse aus Taiwan und von den internationalen Partnern mitzunehmen.



