Mitte Oktober haben wir im hessischen Kriftel den Ernstfall geübt. Am Anfang stand ein schweres Erdbeben. Weil dabei auch das Trinkwassersystem zusammenbrach, kam es zu einem Cholera-Ausbruch, im Übungsszenario waren es 30 Fälle. Cholera beschäftigt die deutschen Emergency Medical Teams schon länger. Gemeinsam bauen sie eine Cholera-Einheit mit bis zu fünf Behandlungsstationen auf, ein erstes Training dazu fand im November 2025 im hessischen Oestrich-Winkel statt.
In Kriftel waren neben uns vier weitere deutsche Emergency Medical Teams (EMT) der WHO dabei, außerdem ein Team des ASB Österreich und ein Medevac-Team aus Lwiw in der Ukraine. EMT entlasten nach Katastrophen oder bei Krankheitsausbrüchen die Gesundheitsversorgung vor Ort. Die WHO klassifiziert sie nach einheitlichen Standards, damit Behandlungsqualität und Selbstversorgung der Teams überprüfbar sind. Die EMT-Initiative geht auf das Erdbeben in Haiti 2010 zurück, nach dem viele Teams ohne Abstimmung und ohne Qualitätskontrolle im Land arbeiteten. Um diese Abstimmung ging es auch in Kriftel. Die Einheiten arbeiteten im Focalpoint des Robert Koch-Instituts zusammen. Beim RKI ist der deutsche National Focal Point für EMT angesiedelt, der Einsätze koordiniert und die Teams durch die WHO-Klassifizierung begleitet.
Erstmals war auch unser zahnmedizinisches Team Teil einer solchen Übung. Innerhalb von zwei Tagen wurden mehr als 200 Patientinnen und Patienten (also natürlich Notfalldarstellende) behandelt. Um die einzelne Behandlung ging es dabei nur am Rande. Im Mittelpunkt stand die Zusammenarbeit über Organisationsgrenzen hinweg.



